Anfang der katholischen Gemeinde Witten im Jahr 1835

 Nach vielen Bemühungen, wurde laut Verfügung vom 18. Dezember 1834 die Erlaubniss, öffentlichen Gottesdienst abhalten zu dürfen, gegeben. In einem mietsweise überlassenen Saale von Haus Berge (genannt Haus Witten) errichtete die junge Gemeinde einen schmucklosen Altar, an welchem am 03. Mai 1835 Dechant Eikel aus Bochum nach langer Unterbrechung zum ersten Male wieder den Gottesdienst feiert konnte. Der sonntägliche Gottesdienst erlitt von nunan keine Unterbrechung; abwechselnd wurde derselbe von Bochum und Dortmund aus, durch einen der dortigen Geistlichen abgehallten.

Die Gemeinde genoß 5 Jahre das Gastrecht im Haus Berge. Inzwischen war sie bedeutend angewachsen, sodass ihres Bleibens dort nicht mehr sein konnte. Am Allerheiligentage desselben Jahres erhielt die 150 Seelen zählende Gemeinde in der Person des Vikar Friedrich Külpmann (der Vikar wohnte auf Haus Dellwig), den ersten Seelsorgers, die Kündigung. Als der Vikar Friedrich Külpmann schon zu Weihnachten 1836 die Stätte seiner Wirksamkeit verliess, folgte ihm in gleicher Eigenschaft Vikar Friedrich Werner (* 1809 1860). Unter seiner Leitung entwickelte sich das Leben in Witten zu nie geahntem Glanze.

Seine nächste Sorge ging dahin, der jungen Gemeinde ein eigenes Heim zu schaffen. Unter dem Beistand eines angesehenden Mitgründers gelang es, dass an der oberen Hauptstraße gelegene, Barella´sche Haus mit Garten (Hauptstraße 73) zu erwerben.

Innerhalb eines Monats, so lautete der Bescheid des Besitzers von Haus Berge, möchte die Gemeinde sich nach einem anderen passenden Saal umsehen. Da war denn Eile nötig. Als ein solcher Saal nicht aufgefunden wurde, mußte ein neuer gebaut werden. Der dafür ausgewählte Platz war der Garten des Pfarrgrundstück an der Hauptstraße 73. Hier wurde in kaum acht Tagen ein Anbau aufgeführt, an welchem sich alle Gemeindeglieder beteiligt haben. Was errichtet wurde, sah dürftig genug aus. Es glich mehr einem Stall als einem würdigem Kirchlein. Das Dach bestand aus Brettern, die als sie eingetrocknet waren, so klaffende Risse auswiesen, daß der blaue Himmel hindurchschien, und Schnee und Regen ungehindert eindringen konnten. Immerhin waren die Gemeindeglieder zufriedengestellt, denn sie saßen jetzt auf eigenem Grund und Boden, wo sie ungekündigt bleiben konnten bis sie in der Lage waren, ein ansehnlicheres Gebäude errichten zu können.

Von Pfingsten 1840 bis 1848 fand der Gottesdienst in dieser ersten Notkirche im Garten des Missionshauses Hauptstraße 73 statt.

Im Frühjahr 1842 siedelte Vikar Friedrich Werner (* 1809 1860) dauernd nach Witten über. Das mächtige Aufblühen der Kohlen- und Eisenindustrie kam auch der Missionsgemeinde Witten sehr zu statten. In der Stadt Witten ließen sich zahlreiche Katholiken nieder. Dadurch erhielt die Gemeinde eine so große Ausdehnung, dass der Paderborner Bischof Franziskus Drepper (* 1787 1855) den an ihn gestellten Angehen gern nachgab und laut Urkunde vom 02. Januar 1846, Witten zu einer selbständige Pfarrei erhob.

Im gleichem Jahr wird der Grundstein zum Kirchenbau gelegt.

Gerrit Haren: Geschichte der Stadt Witten, Witten 1924 (S.397); Stadt Witten: Heimatbuch zur Jahrhundertfeier der Stadt Witten, Witten 1926 (S. 48); 100 Jahre Pfarrei "Unsere Liebe Frau vom Siege", Witten 1946; Festschrift zur Feier der Konsekration der Marienkirche zu Witten 1896.

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        Diese Seite wurde erstellt am 20.05.2007 und zuletzt aktualisiert am: Freitag, 22.01.2016