Baugeschichte der Kirche "Unsere Liebe Frau vom Siege" zu Witten

Der Grundstein zum Bau der Kirche wurde am 01. Juli 1846 durch den Wattenscheider Dechanten Ziliken gelegt, nachdem die Bauarbeiten längst im Gange waren. Geplant wurde, den Bau so zeitig zu beginnen, dass das Gebäude noch vor dem Herbst unter Dach komme. Es traten aber Verzögerungen ein, und so ist die Turmspitze dann erst am 5. Oktober 1847 aufgesetzt worden. Am 15. Dezember 1848 war die Kirche fertig und konnte unter dem Namen "Unsere Liebe Frau vom Siege" durch den Bischof Franz Drepper (* 1787 † 1855) aus Paderborn am 26. Oktober 1848 eingeweiht werden.

Die Kirche wurde im romanischen Basilikenstil von Baumeister Schmitz aus Essen, nach Plänen des Kölner Dombaumeisters Ernst Friedrich Zwirner (* 1802 † 1861) erbaut. Die Kosten für den Platz und den Rohbau der Kirche betrugen 13415 Thlr. 28 Sgr. und 11 Pfg. die durch Kollekten und sonstige milde Gaben aufgebracht worden waren. Die Marienkirche hatte 500 Sitzplätze und ca. 300 Stehplätze. 1860 erhält die Marienkirche eine Orgel aus der Werkstatt des Orgelbauers Franz Wilhelm Sonreck (* 1822 † 1900) aus Köln.

Gerrit Haren: Geschichte der Stadt Witten, Witten 1924; Geschichte der Pfarrgemeinde St. Marien zu Witten, Witten 1996


Mit der Erklärung der Unfehlbarkeit des Papstes durch das 1. Vaticanum am 18. Juli 1870, kam es zur Abspaltung und Gründung der Altkatholiken. Nach dem Gesetz (1875) über die Rechte der Altkatholiken am kirchlichen Vermögen, mußte den Altkatholiken die Mitbenutzung der Marienkirche eingeräumt werden. Die Kirchengemeinde errichtete darum eine Notkirche. Dieser Zustand dauert bis 1891 an. Erst danach erhielt die Gemeinde das Gotteshaus wieder.

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Gleich nach der Wiederinbesitznahme der Marienkirche begann der Kirchenvorstand die Vorarbeiten zum Bau eines neuen Gotteshauses. Es bestand die Absicht, eine neue Kirche zu errichten. Dieser Plan wurde jedoch nicht genehmigt, es wurde empfohlen, die Marienkirche in ihrer heutigen Gestalt auszubauen.

Am 24.07.1895 wurde der Grundstein zum Erweiterungsbau nach den Plänen des Diözesanbaumeister Arnold Güldenpfennig (* 1830 † 1908) gelegt. Der Architekt und Bauleiter Franz Xaver Rademacher aus Witten hat die Pläne wesentlich verändert. Die Maurerarbeiten wurden dem Unternehmer Hegemann übertragen, die Verglasung der Fenster lieferte die Firma Derix aus Goch. Der Hochaltar stammt aus der Werkstatt des Herrn Mormann aus Wiedenbrück.

Der Turm wird ummantelt und in einer Komposition von Seiten-Türmen und Seiten-Apsiden entsteht ein wesentlich größerer und schönerer Turm. Das Längsschiff der alten Kirche bleibt erhalten. Der Chorraum der alten Kirche wird abgebrochen und an seiner Stelle entsteht ein gewaltiges Querschiff mit Kuppeln und der neue Chorraum mit 4 Seitenkapellen bzw. - Apsiden. Die Gesamtkosten des Baues betrugen 203 620,97 Mark. Die Kirche hatte durch die Renovierung und Vergrößerung ein überaus prächtiges Aussehen bekommen. Die Orgel vom Orgelbaumeister Franz Eggert (* 1849 † 1911), die für die Notkirche im Jahr 1881 beschafft wurde, stellte man in der Marienkirche auf.

Die Einweihung der Kirche erfolgte am 01. August 1896 durch den Paderborner Weihbischof Dr. Augustinus Gockel (* 1830 † 1912).

  Marienkirche um 1900    Marienkirche vor dem Krieg

  Im Jahre 1904 erhält die Marienkirche eine neue Orgel mit 31 Registern vom Orgelbaumeister Anton Feith (* 1872 † 1929), (Nachfolger von Franz Eggert), Paderborn. Die Orgel von 1881 bekam die damalige St. Josefskirche . Im gleichem Jahr wurde auch die Kanzel beschafft, angefertigt vom Bildhauer Redgen. Sie besteht aus Marmor und hellgrauem Sandstein mit den Reliefs der vier Evangelisten. Die Ausmalung des Innenraumes vom Kirchenmaler Peter Wittkop aus Lippstadt, nach den Entwürfen des Diözesanbaumeisters Arnold Güldenpfennig (* 1830 † 1908) , konnte aus finanziellen Gründen erst 1907 erfolgen. Bereits in den 20ér Jahren wurde die Kirche neu ausgemalt. Der Künstler Josef Gietmann malte die thronende Christusfigur in die Kuppel der Kirche. Neben den knieenden Engeln plazierte er die Apostelfiguren.

 Pfarrgemeinde St. Marien, Witten; Wittener Volkszeitung, Samstag, 01. August 1896; Festschrift zur Feier der Konsekration der Marienkirche 1896; Gerrit Haren: Geschichte der Stadt Witten, Witten 1924; Werksverzeichnis Franz Eggert, Paderborn


 

Am 19. März 1945 beim großen Luftangriff auf die Stadt Witten, verliert die Kirche den Turmhelm,

die Glocken, das Dach, die Orgel von 1904 und die Sakristei. Das Kuppelgemälde wird stark beschädigt.

 

Am 22. September 1946 wird die Kirchbauhütte gegründet zum Wiederaufbau der Marienkirche. 150 Männer verpflichten sich um in freiwilliger Arbeit an dem Wiederaufbau der Kirche mitzuwirken. Der Innenraum der Kirche wird zunächst schlicht gestaltet. Das Kuppelgemälde aus den 20ér Jahren wird nicht wiederhergestellt, sondern die Kuppel wird weiß ausgemalt und lediglich mit einem goldfarbenen Spruchband versehen.

Salve Regina + mater misericordiae + vita, dulcedo et spes nostra, salve + Ad te clamamus, exsules filii Evae +

Sei gegrüßt, o Königin + Mutter der Barmherzigkeit + unser Leben, unsere Wonne + und unsere Hoffnung, sei gegrüßt +

1948 konnte eine Ersatz-Orgel mit 13 Registern beschafft werden. Der Spieltisch kam von der zerstörten Walcker-Orgel von 1911 die in der Aula der Jungen-Oberschule (heute Ruhr-Gymnasium) war. Die Orgel wurde vom Orgelbaumeister Richard Krumrey aus Memmingen gefertigt.

Die Chorfenster werden geschloßen und an deren Stelle wird vom damaligen Vikar in St. Marien, Dr. Kurt Pohle, im Jahre 1952 ein großflächiges Bild gemalt: Christus beim Abendmahl. Wegen der Öffnung der Fenster im Jahre 1970 konnte dieses Bild nicht erhalten bleiben.

Im August 1960 erhält der Kirchturm einen neuen Turmhelm nach dem Vorbild des ursprünglichen, allerdings ohne die kleinen Flankentürmchen. Die Turmhöhe beträgt 50,55 Meter.

100 Jahre Pfarrei "Unsere Liebe Frau vom Siege", Witten 1946; Geschichte der Pfarrgemeinde St. Marien zu Witten, Witten 1996

  Marienkirche heute      Marienkirche Weihnachten 1967     Marienkirche heute

     

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Die Fenster der Marienkirche wurden alle nach Entwürfen des westfälischen Künstlers Wilhelm Buschulte ausgeführt.

Der Zeitraum begann im Jahre 1954 mit den Fenstern im Querschiff und wurde 1974 mit den Chorfenstern beendet.

 

Fenster im Querschiff: Maria als Siegerin, Seeschlacht bei Lepanto  Chorfenster    Fenster im Querschiff: Maria als Schützende, Hochzeit zu Kana

 Engelbilder im Seitenschiff der Kirche

Der Hahn als Künder des Tages ist ein Auferstehungssymbol   Engelfenster aus dem unteren Längsschiff  Engelfenster aus dem unteren Längsschiff  Engelfenster aus dem unteren Längsschiff   Leibrock Jesu und Würfel der Soldaten bei der Kreuzigung

           links und rechts: Betonglasfenster am Seitenportal

   Bei einer erneuten Renovierung im Jahre 1982 wird das Kuppelgemälde von Josef Gittmann freigelegt und restauriert. Jeweils dort, wo die Säule in die Wölbung der Kuppel übergeht, sind symbolträchtig Engel dargestellt, die die Leidenswerkzeuge Jesu tragen.

Christus ist segnend dargestellt. Die Engel des Kuppelgemäldes beugen ihre Knie vor ihm. Der erhöhte Christus ist inmitten seiner Apostel dargestellt, flankiert von den Apostelfürsten Petrus und Paulus. Alle Apostel haben ihren Blick auf Christus, den Herrn gerichtet.

Geschichte der Pfarrgemeinde St. Marien zu Witten, Witten 1996

    

        Der gesamte Innenraum der Kirche wird neu ausgemalt, so dass die Architektur des Raumes wieder stärker und schöner in Erscheinung tritt.

Im Jahr 1966 wurde eine neue Orgel beschafft. Die Orgel mit 33 Registern wurde von der Fa. Kreienbrink, Osnabrück aufgebaut. Die Orgel selbst wurde mit gebrauchten Teilen errichtet.

Diese Orgel wurde 2009 durch eine neue Orgel ersetzt. Die Orgel hat 58 Register und 3480 Pfeiffen. Eingeweiht wurde die Orgel am 22. November 2009. Die Orgel wurde von der Orgelbauwerkstätte Siegfried Schmid aus Immenstadt im Allgäu gefertigt.

Angaben zu den Orgeln der Marienkirche aus: Festschrift zur Orgelweihe der Marienorgel Witten am 22. November 2009

 

 

So klingt die neue Orgel von St. Marien

Angaben zu der Orgel sind auf der Homepage der Orgelbauwerkstatt Siegfried Schmid, Immenstadt.

Homepage Orgelbau Schmid, Immenstadt


 

       

Der Übergang von der ersten Kirche von 1846 zum Erweiterungsbau von 1896 ist auch heute noch gut sichtbar.

        


Hinter der Kirche stand die 1910 errichtete Lourdes-Grotte die in den 80ér Jahren abgetragen wurde.

       Lourdes-Grotte stand hinter der Kirche


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      Letzte Aktualisierung dieser Seite: Sonntag, 01.01.2012